Wir lernen. Das heißt auch, wir machen Fehler. Vom ersten Tag an wollen wir dazu volle Offenheit herstellen: Fehleinschätzungen, offene Fragen und gescheiterte Vorhaben, Momente der Ratlosigkeit. Diese Erkenntnisse dokumentieren wir und machen sie öffentlich – als Zeichen der Lernfähigkeit, nicht als Zeichen der Schwäche.
Genossenschaftsanteile & Wirkungsraum
Aus den ersten Reservierungen für die Anteile an der Genossenschaftsgründung fällt uns ein Muster auf:
Menschen aus anderen Regionen Deutschlands zeichnen für Anteile als ordentliches Mitglied mit Stimmrecht. So sehr uns diese Unterstützung freut, so macht sie uns auch auf ein mögliches Problem aufmerksam:
- Den vollen Nutzen aller genossenschaftlich genutzten Ressourcen wird man in der ersten Zeit nur direkt in Chemnitz und der Region haben (z.B. Räume, Equipment, Veranstaltungen sowie persönlicher Austausch und Vernetzung)
- Wir fragen uns jetzt schon: Welche genossenschaftlichen Mehrwerte können wir außerhalb der Region bereitstellen, um eine ordentliche Mitgliedschaft mit gezeichneten Anteilen auch mit einem Gegenwert auszustatten? Und so sehr wir uns wünschen, dass die Demokratiegenossenschaft eines Tages im gesamten Land Wirkung entfaltet, so klar sagen wir: Dieser Tag liegt noch eine Menge Arbeit entfernt in der Zukunft.
- Deshalb überlegen wir: Habt ihr vielleicht nur ordentliche Mitgliederanteile reserviert, weil die Einstiegshürde als Ermöglicher:in – also als investierendes Mitglied, mit 500,- EUR zu hoch ist? Oder ist es so, dass euch der Gedanke einer Mitgliedschaft in Leipzig, Berlin, Bremen oder Hamburg von Anfang an auch aus der Entfernung gefällt – und der Gegenwert ist Lernen und Austausch über z.B. hybride Formate, die wir demzufolge entwickeln und ausprobieren sollten?
Wir werden euch diese Fragen in nächster Zeit auch über eine Umfrage bzw. über unseren Newsletter noch einmal stellen. In der Zwischenzeit freuen wir uns über Antworten per E-Mail an: post@demokratiegenossenschaft.de
Kommunikation ohne Social Media
Wir haben uns für den Beginn diese Initiative bewusst dafür entschieden, keine Social Media Plattformen zu nutzen, über deren Aufbau und Datenfluss wir nicht die volle Souveränität haben. Das hat einen Preis: Eine niedrigere Sichtbarkeit als möglich und nützlich wäre.
Kevin hat uns in seiner E-Mail darauf hingewiesen, dass Menschen, die unserem Vorhaben interessiert und aufgeschlossen gegenüber stehen, aber sich nicht sofort für eine Mitgliedschaft oder eine ermöglichende Investition entscheiden, keinen guten Weg haben, mit uns verbunden zu bleiben.
Er schlug vor einen Newsletter aufzusetzen. Und er schlug vor, das mit Keila, einer in Deutschland gehosteten Open Source Newsletter Software zu versuchen.
Das haben wir uns angeschaut, und es hat uns überzeugt. Von daher:
Vielen Dank, Kevin! Genau diese Impulse bringen uns voran.